 ##  [Eigenkapitalkosten](/de/node/52073) 

 Definition

Die Eigenkapitalkosten sind die Rendite, die Eigenkapitalinvestoren verlangen, um für das Risiko der Beteiligung an einem Unternehmen entschädigt zu werden; sie werden als erwartete Rendite der Aktionäre in Bewertung und Investitionsplanung verwendet.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Eigenkapitalgeber fordern eine Risikoprämie über den risikofreien Satz, die dem systematischen Risiko des Unternehmens entspricht; gebräuchliche Schätzmethoden sind CAPM (Re = Rf + Beta*(Rm - Rf)), das Dividendenabschätzungsmodell oder Build-up-Methoden für nicht börsennotierte Firmen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Liegt der risikofreie Satz bei 2 %, die Marktprämie bei 6 % und das Beta des Unternehmens bei 1,25, so ergibt sich nach CAPM ein Eigenkapitalkostensatz Re = 2 % + 1,25*6 % = 9,5 %.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Verwendung historischer Durchschnittsrenditen ohne Anpassung an aktuelle Marktbedingungen, die Nutzung von bilanziellen Gewinnen statt marktbasierter erwarteter Renditen oder die Übernahme eines Betas eines nicht vergleichbaren Peers führt zu Fehlbewertungen der Eigenkapitalkosten.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Genaue Schätzungen der Eigenkapitalkosten bestimmen geeignete Diskontsätze für Eigenkapitalcashflows, beeinflussen den WACC und wirken sich auf Investitions-, Bewertungs- und Finanzierungsentscheidungen aus; Unterschätzung führt zu Überinvestition in riskante Projekte.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Das Eigenkapital als risikolos zu betrachten oder sich ausschließlich auf die Dividendenrendite zu stützen, ohne Kapitalgewinne und systematisches Marktrisiko zu berücksichtigen, ist die Umkehr und verkennt die Gesamterwartung.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt hauptsächlich für börsennotierte Unternehmen mit messbaren Marktbetas; für private Unternehmen, Micro-Caps oder frühe Start-ups sind alternative Modelle (Build-up, projektspezifische Risikoanpassungen) erforderlich.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen Eigenkapitalkosten (erforderliche Rendite) und erwarteter Rendite (prognostiziertes Ergebnis): Die Schätzung der Eigenkapitalkosten erfordert Abwägungen zwischen historischen Daten, Markterwartungen und Modellannahmen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die Eigenkapitalkosten quantifizieren die Entschädigung, die Aktionäre für das Tragen des systematischen Risikos verlangen, und bilden eine fundamentale Größe in Bewertung und Kapitalallokation.