Definition
Ein gesetzlich oder administrativ festgelegter Mindestpreis für ein Gut oder eine Dienstleistung, der bindend wird, wenn er über dem Marktgleichgewichtspreis liegt und typischerweise ein Überangebot (Surplus) erzeugt.
Prinzip
Prinzip
Eine Preisuntergrenze ist nur bindend, wenn sie das Gleichgewichtspreisniveau übersteigt; bindende Untergrenzen verhindern, dass Preise das Marktgleichgewicht erreichen, und verändern die Allokation durch Überschuss, Lagerhaltung oder staatliche Aufkäufe.
Demonstration
Demonstration
Ein gesetzlicher Mindestlohn oberhalb des Wettbewerbsgleichgewichts kann in Standardmodellen Arbeitslosigkeit (Überangebot an Arbeit) erzeugen; landwirtschaftliche Stützungsmaßnahmen oberhalb des Gleichgewichts können unverkaufte Bestände oder staatliche Aufkäufe notwendig machen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Jeden garantierten Mindestbetrag ohne Bezug zum Markgleichgewicht als Preisuntergrenze zu bezeichnen oder eine nicht bindende gesetzliche Untergrenze als wirtschaftlich relevant darzustellen, verfälscht die Analyse.
Konsequenz
Konsequenz
Ist die Untergrenze bindend, verschiebt sie den Überschuss von Käufern zu Anbietern, erzeugt Wohlfahrtsverluste, kann Schwarzmarkttendenzen oder Qualitätsanpassungen fördern und erfordert meist Durchsetzung oder staatliche Käufe.
Umkehrung
Umkehrung
Das gegenteilige Instrument ist die Preisobergrenze; die Aufhebung einer bindenden Preisuntergrenze erlaubt dem Marktpreis, sich dem Gleichgewicht anzunähern und beseitigt das induzierte Überangebot.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für rechtlich durchsetzbare Mindestpreise in bestimmten Märkten und Zeiträumen; schließt freiwillige Mindestvereinbarungen, Reservationslöhne oder vertragliche Mindestpreise aus, die das Marktgleichgewicht nicht beeinflussen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen normativen Argumenten, die Untergrenzen als sozialen Schutz (z. B. existenzsichernder Lohn) sehen, und positiver ökonomischer Analyse der Marktverzerrungen; politische Ziele können Untergrenzen trotz Effizienzverlusten rechtfertigen.
Synthese
Synthese
Eine Preisuntergrenze ist ein politisches Instrument, das Preise über das Gleichgewicht zwingt, wenn es bindend ist, wobei Überschüsse und Zielkonflikte zwischen Verteilungseffekten und wirtschaftlicher Effizienz entstehen.