Definition
Risikovermeidung ist das Präferenzmuster, bei dem Individuen ein sicheres Ergebnis einem riskanten mit gleichem Erwartungswert vorziehen; dies spiegelt abnehmenden Grenznutzen des Vermögens oder Abneigung gegen Streuung wider.
Prinzip
Prinzip
Das ordnende Prinzip ist eine konkave Nutzenfunktion über Vermögen: Mit steigendem Vermögen sinkt der Grenznutzen zusätzlicher Zuwächse, sodass riskante Aussichten mit gleichem Erwartungswert gegenüber sicheren Äquivalenten unattraktiver sind.
Demonstration
Demonstration
Zum Beispiel bevorzugt ein Anleger möglicherweise die garantierte Rendite einer Anleihe gegenüber einer Aktie mit gleichem Erwartungswert, aber höherer Varianz, weil der Nutzenverlust bei Abwärtsrisiken die Nutzengewinne bei Aufwärtsbewegungen überwiegt.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Fehlanwendung liegt vor, wenn vorsichtiges Verhalten allein der Risikovermeidung zugeschrieben wird, ohne sie von Verlustaversion, Ambiguitätsaversion, Vorsicht oder institutionellen Beschränkungen zu unterscheiden.
Konsequenz
Konsequenz
Eine korrekte Modellierung der Risikovermeidung informiert Versicherungsdesign, Portfolioallokation und Preisbildung riskanter Anlagen, indem sie die Nachfrage nach Risikoübernahme und die Kompensation für Varianz vorhersagt.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr wäre Risikoneutralität, bei der Agenten zwischen sicheren und riskanten Aussichten mit gleichem Erwartungswert indifferent sind, was einer linearen Nutzenfunktion über Vermögen entspricht.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Entscheidungen unter bekanntem probabilistischen Risiko; ausgenommen sind Mehrdeutigkeit bezüglich Wahrscheinlichkeiten, strategische Unsicherheiten und Kontexte, in denen Präferenzen über Verteilungskennzahlen jenseits der Varianz dominieren.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung besteht gegenüber Verlustaversion: Beide können die Vermeidung riskanter Optionen erklären, aber Risikovermeidung betrifft die Krümmung des Nutzen bei Endvermögen, Verlustaversion die referenzabhängige Asymmetrie zwischen Gewinnen und Verlusten.
Synthese
Synthese
Risikovermeidung vereint konkave Bewertungsfunktionen mit beobachtbarer Nachfrage nach Sicherheit: abnehmender Grenznutzen führt zur Bevorzugung sicherer Äquivalente gegenüber riskanten Wetten mit gleichem Erwartungswert und prägt Versicherungs- und Investitionsverhalten.