Definition
Die Gewichtete Durchschnittskosten Des Kapitals (WACC) ist der durchschnittliche Renditesatz, den ein Unternehmen auf seine vorhandenen Vermögenswerte erwirtschaften muss, um die Ansprüche seiner Kapitalgeber zu erfüllen; berechnet als marktwertgewichteter Durchschnitt aus Eigenkapitalkosten und der nach Steuern berechneten Fremdkapitalkosten.

Prinzip

Prinzip
Kombiniere die Kosten der Finanzierungsbestandteile (Eigenkapitalkosten, Fremdkapitalkosten nach Steuern, ggf. Vorzugsaktien) mit Marktwertgewichtungen, um einen einzigen Diskontsatz zu erhalten, der die durchschnittlichen Finanzierungskosten des Unternehmens für Projekte ähnlichen Risikos widerspiegelt.

Demonstration

Demonstration
Beispiel: Finanzierung 60 % Eigenkapital, 40 % Fremdkapital; Eigenkapitalkosten 10 %, Fremdkapitalzins vor Steuern 6 %, Körperschaftssteuer 30 %. Nachsteuer-Fremdkapitalkosten = 6 %*(1−0,30)=4,2 %. WACC = 0,60*10 % + 0,40*4,2 % = 6 % + 1,68 % = 7,68 %.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Verwendung historischer Buchwertgewichtungen statt aktueller Marktwerte, Vernachlässigung steuerlicher Effekte der Verschuldung, Anwendung eines einheitlichen WACC auf Projekte mit abweichendem Risiko oder inkonsistente Vermischung von nominalen und realen Sätzen.

Konsequenz

Konsequenz
Wird der WACC richtig geschätzt, dient er als angemessene Hürde bzw. Diskontsatz für Projekte mittleren Risikos, verbindet Kapitalstruktur mit Unternehmensbewertung und steuert Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen.

Umkehrung

Umkehrung
Die Verwendung eines projektspezifischen Diskonts ist die Umkehrung: Er berücksichtigt ein höheres oder niedrigeres Projektrisiko als der WACC; alleinige Orientierung am WACC kann Projekte fehlbewerten, während nur Eigenkapitalkosten die Vorteile der Verschuldung und steuerliche Entlastungen ignorieren.

Abgrenzung

Abgrenzung
Anwendbar zur Bewertung von Cashflows von Vermögenswerten und Projekten, deren Risiko mit dem des bestehenden Geschäfts vergleichbar ist, und unter Verwendung von Marktwertgewichtungen; ausgenommen sind Anpassungen für sich ändernde Verschuldung über die Projektlaufzeit, Emissionskosten und idiosynkratisches Projektrisiko.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen dem WACC und dem benötigten Eigenkapitalrendite- bzw. projektspezifischen Diskontsatz: WACC mittelt über Kapitalgeber und verschleiert Verteilungswirkungen, während Eigenkapitalrendite die Aktionärsperspektive betont; der Entscheidungskontext bestimmt die passende Größe.

Synthese

Synthese
Der WACC fasst Finanzierungsstruktur und Bestandteilekosten eines Unternehmens zu einem repräsentativen Diskontsatz zusammen: Er quantifiziert die durchschnittlichen Kapitalkosten für Investitionsbewertungen, allerdings nur, wenn Marktwertgewichte, Steuereffekte und Risikoangemessenheit korrekt berücksichtigt werden.