Definition
Die Erfassung eines Wertminderungsaufwands, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag (höherer Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert) übersteigt und somit nicht vollständig realisierbar ist.

Prinzip

Prinzip
Den Buchwert mit dem erzielbaren Betrag vergleichen, wenn Anzeichen vorliegen (oder periodisch bei bestimmten Vermögenswerten); für die Differenz einen Wertminderungsaufwand erfassen und den Buchwert umgehend anpassen.

Demonstration

Demonstration
Ein Unternehmen führt eine Maschine mit 40.000 € im Buch. Aufgrund eines Markt- und Nachfragerückgangs schätzt das Management den erzielbaren Betrag auf 25.000 €. Es wird ein Wertminderungsaufwand von 15.000 € erfasst und der Buchwert auf 25.000 € reduziert.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Eine Wertminderung ausschließlich wegen kurzfristiger Marktvolatilität buchen, ohne Hinweise auf eingeschränkte Nutzbarkeit, oder eine Wertminderung nicht aufzuheben, obwohl sich die Verhältnisse verbessert haben und eine Aufhebung zulässig wäre; beides verfälscht die Berichterstattung.

Konsequenz

Konsequenz
Ein Wertminderungsaufwand verringert sofort das Ergebnis und die Vermögenswerte, kann zukünftige Abschreibungsbemessungen ändern, Schuldengrenzwerte beeinflussen und erfordert in der Regel erläuternde Angaben zur Ursache und Messung.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr ist das Gegenteil: Nach einschlägigen Regelungen können Wertminderungen bestimmter Vermögenswerte (nicht‑Goodwill) unter Einschränkungen aufgehoben werden, während Goodwill‑Wertminderungen nach US‑GAAP grundsätzlich nicht umkehrbar sind und nach IFRS eingeschränkt sind.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für materielle und immaterielle Vermögenswerte (einschließlich zahlungsstromerzeugender Einheiten), wenn Tests oder Indikatoren die Uneinbringlichkeit des Buchwerts zeigen; schließt planmäßige Abschreibungen und normale Marktschwankungen aus, sofern diese nicht nachhaltig sind.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Wertminderung unterscheidet sich von planmäßiger Abschreibung/Amortisation (systematische Verteilung) und von Neubewertungen zum Zeitwert (marktbasierte Anpassung); sie ist indikator‑ bzw. ereignisgesteuert und fokussiert auf Einbringlichkeit.

Synthese

Synthese
Wertminderung ist die ereignisbedingte Feststellung, dass der Buchwert eines Vermögenswerts dessen erzielbaren Betrag übersteigt; sie erfordert eine sofortige Abwertung auf den erzielbaren Betrag und beeinflusst Ergebnis, Angaben und künftige Verteilungsgrundlagen.