Definition
Die prozentuale Änderung der nachgefragten Menge eines Gutes als Reaktion auf eine prozentuale Preisänderung eines anderen Gutes; formal ΔQx%/ΔPy% – das Vorzeichen zeigt Substitute (positiv) oder Komplemente (negativ) an.
Prinzip
Prinzip
Vorzeichen und Größe zeigen die ökonomische Beziehung zwischen Gütern: positiv bedeutet Substitution, negativ bedeutet Komplementarität; größere Absolutwerte deuten auf stärkere Verflechtungen hin.
Demonstration
Demonstration
Steigt der Preis für Kaffee um 10 % und steigt die Nachfrage nach Tee um 5 %, beträgt die Kreuzpreiselastizität von Tee gegenüber Kaffee +0,5, was eine partielle Substitution anzeigt.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Kreuzpreiselastizitäten aus aggregierten oder nicht‑ceteris‑paribus‑Daten zu verwenden, um Marktstruktur abzuleiten, oder sie mit Eigennachfrageelastizitäten zu verwechseln, liefert falsche strategische Schlüsse.
Konsequenz
Konsequenz
Unternehmen und Politik nutzen Kreuzpreiselastizitäten, um vorherzusagen, wie Preisänderungen, Aktionen oder Steuern auf ein Produkt die Nachfrage nach verwandten Produkten beeinflussen, und um Wettbewerber oder Komplemente zu identifizieren.
Umkehrung
Umkehrung
Eine Kreuzpreiselastizität nahe null kehrt die Behauptung der Verflechtung um: Güter sind praktisch unabhängig, Preisänderungen eines Gutes haben kaum Auswirkungen auf die Nachfrage des anderen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für spezifizierte Güter und Marktdefinitionen unter ceteris‑paribus‑Annahmen; erfasst nicht Mehrmarkt‑Effekte, Einkommensverschiebungen oder Qualitätsänderungen, die Nachfragekorrelationen verändern.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht Spannung zwischen der empirischen reduzierten Form der Kreuzpreiselastizität und strukturellen Begriffen wie Substitution in der Konsumententheorie; Vorzeichen und Größe hängen von Modellierungsentscheidungen ab.
Synthese
Synthese
Die Kreuzpreiselastizität quantifiziert Beziehungen zwischen Gütern, indem sie prozentuale Preisänderungen eines Gutes den Nachfrageantworten bei einem anderen gegenüberstellt und so ein kompaktes Maß für Substituierbarkeit oder Komplementarität für Strategie und Wohlfahrtsanalyse liefert.