Definition
Eine Nutzenfunktion ist eine mathematische Abbildung, die Konsumbündel oder Ausprägungen auf reelle Zahlen abbildet und so die Präferenzordnung eines Entscheiders repräsentiert; höhere Zahlen entsprechen bei gültiger Repräsentation bevorzugten Bündeln.

Prinzip

Prinzip
Präferenzen lassen sich durch eine Nutzenfunktion darstellen, wenn sie vollständig und transitiv sind; im vNM-Kontext ist die Darstellung kardinal bis auf positive affine Transformationen, während ordinale Nutzen beliebige streng monotone Transformationen erlaubt.

Demonstration

Demonstration
Ein gängiges Beispiel ist u(c)=c^{1-γ}/(1-γ) (CRRA) für Konsum c und Risikoaversion-Parameter γ; die Gestalt von u(c) kodiert Grenznutzen und Risikoeinstellungen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Nutzenwerte als direkte Maße des Wohlbefindens in Geldeinheiten zu interpretieren (den Nutzen kardinal zu behandeln außerhalb der erlaubten Transformationen) oder eine bestimmte Funktionsform ohne Tests anzunehmen, führt zu fehlerhaften Rückschlüssen über Verhalten.

Konsequenz

Konsequenz
Eine gültige Nutzenfunktion ermöglicht die Berechnung von Grenztauschraten, Vergleichsstatik zur Risikoaversion und die Optimierung von Entscheidungen unter Nebenbedingungen; sie bildet die Grundlage für Nachfrage- und Wohlfahrtsanalysen.

Umkehrung

Umkehrung
Statt Präferenzen durch eine reellwertige Funktion darzustellen, kann man revealed-preference-Relationen oder Wahlkorrespondenzen verwenden, die Entscheidungen direkt aufzeichnen, ohne sich auf eine numerische Repräsentation festzulegen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt in Kontexten, in denen Präferenzen über Auszahlungen klar definiert und vergleichbar sind; ordinale Nutzenfunktionen schließen kardinale Folgerungen aus, vNM-Nutzen erfordert Lotterien und Unabhängigkeit; diskrete Güter, lexikographische Präferenzen oder intransitive Entscheidungen liegen außerhalb.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen ordinaler Nutzung (jede streng monotone Transformation erhält die Ordnung) und kardinalen Interpretationen, wie sie in erwarteter Nutzenfunktion oder interpersonellen Vergleichen genutzt werden, wo Differenzgrößen bedeutungsvoll sind.

Synthese

Synthese
Eine Nutzenfunktion kodiert die Rangordnung eines Akteurs in eine numerische Form, die marginale Analyse und Optimierung ermöglicht; ihre Deutung und zulässigen Transformationen werden durch die zugrundeliegenden Axiome bestimmt.